"Nur ein Sith kennt nichts als Extreme"

Moderator: Jaime Skywalker

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Ayara Kotum
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"Nur ein Sith kennt nichts als Extreme"

Beitrag von Ayara Kotum » 02.01.2012, 12:36

"Nur ein Sith kennt nichts als Extreme." Dieser Satz von Obi-Wan hat mich schon immer gestört, weil ich finde, dass er nicht wahr ist.

Zum einen denken die Sith nicht in Extremen. Anakins Ansicht, dass derjenige, der nicht für ihn ist, automatisch gegen ihn sein muss, steht für mich nicht für die allgemeinen Ansichten der Sith.
Ein Sith differenziert sehr wohl. Auch diejenigen, die eigentlich gegen die Sith sind, können nützliche Werkzeuge sein. Das beste Beispiel dafür ist der Jedi-Orden selber, der Sidious ja gradezu in die Hand gespielt hat, ohne es zu merken.
Zum anderen denken die Jedi nicht weniger in Extremen als die Sith. Auch sie haben eine klare Vorstellung von Gut und Böse. Sie nehmen die Sith genauso als Feinde wahr, wie die Sith es mit den Jedi tun.

Ich glaube eher, dass Obi-Wan diesen Satz als Rechtfertigung gegenüber sich selbst genutzt hat, oder so verbledent war, es wirklich zu glauben.
"Die Jedi sind keine Sekte, Anakin. Wir werden von Mitgefühl und von dem Glauben geleitet, dass die Macht größer ist, als die Summe jener, die sich ihr öffnen."
-Obi-Wan Kenobi-

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Kira Chaqq

Re: "Nur ein Sith kennt nichts als Extreme"

Beitrag von Kira Chaqq » 03.01.2012, 01:40

Ein interessanter Ansatz...

Ich denke Obi-Wan ist kein Jedi, der derart schwarz-weiß denkt, aber in diesem Moment war er überwältigt vor Schock und Verzweiflung, dass er sich in dieses Denken für einen kurzen Augenblick flüchtete um eine Erklärung für all das zu finden.

Die Jedi an sich leben sozusagen ein "fundamentales" Leben, getrennt von ihren Familien, gedrillt von klein auf, gefüttert mit "Wahrheiten" und den Gedanken des Zeitgeistes werden sie in ein vorgefasstes, vorbestimmtes Leben geführt und werden dazu angehalten sich an die "Regeln" zu halten. Die Jedi selbst leben also zum Großteil ein Extrem, weil sie nur wenig davon abweichen können.
Dennoch denke ich, dass es wie bei den Sith auch nur wenige wirkliche fundamentalistische Jedi gibt, die meisten sind durchaus kritikfähig und entscheiden soweit es ihnen möglich ist auf ihre Art individuell.

Aber ja, im Grunde genommen werden Jedi, ob so gewollt oder nicht, zu einem schwarz-weiß Denken erzogen, der sie zum Teil blind für die Grauabstufungen werden lässt. Von den Jedi wird Idealismus verlangt, ohne Rücksicht auf die Schwächen eines jeden Lebewesens.

In der Hinsicht war Darth Sidious absolut kein Fundamentalist, er war intelligent, wortgewandt und konnte hinter die Fassaden seiner Spielfiguren blicken. Auch muss man hierbei die "guten" Seiten eines Imperiums bedenken, Stärke und Kontrolle, deswegen war das Imperium nicht für jeden das absolute Böse, natürlich betraf das nur "Auserwählte" sozusagen.

Kama Samsa´Ra

Re: "Nur ein Sith kennt nichts als Extreme"

Beitrag von Kama Samsa´Ra » 04.01.2012, 16:41

Eine interessante Fragestellung. Nachdem ich darüber ein wenig sinniert habe bin ich zu fol-genden Gedanken gekommen:

Zitat Obi-Wan: „Nur ein Sith kennt NICHTS als Extreme“. Das bedeutet für mich dass ein Sith NUR Extreme kennt. Das sehe ich auch so. Es geht um: Macht haben oder nicht haben, Stärker oder Schwächer sein, Gewinnen oder Verlieren (Durch Macht erlange ich den Sieg, der Sieg zerbricht meine Ketten bla bla bla). Nichts anderes zählt für einen Sith.

Die Jedi denken meines Erachtens schon differenzierter, komplexer, vielschichtiger. Die Jedi kennen AUCH Extreme, aber nicht NUR. Die Tatsache dass viele Jünglinge nie zum Padawan werden sondern bspw. ins Agri-Korps oder vielleicht wieder zu ihren Eltern zurück-gehen zeigt das. Lieber ein „gutes“ unbedeutendes Leben führen als ein „schlechtes“ bedeu-tendes.

Die Jedi versuchen an jede Mission möglichst unvoreingenommen heranzugehen ohne eine Seite vorab zu verurteilen. Natürlich informieren sie sich vorab, aber vor Ort bilden sie sich eine eigene Meinung. Das kommt gut in den Jedi-Padawan-„Kinderbüchern“ zur Geltung. Qui-Gon hat auch mal gerne einen Shuttle-Service ausgeschlagen um den Weg zum Palast (oder wo auch immer hin) zu Fuß zu gehen. So konnte er sich ein eigenes Bild machen.

Es gibt genug Stellen in Büchern aus denen hervorgeht dass sich die Jedi der verschiedenen Facetten und Abstufungen im Leben sowie ihrer eigenen Ohnmacht in Bezug auf Vieles Be-wusst sind. Auch bei den Sith gibt es Stellen an denen man sieht dass sie noch fühlende Wesen sind, jedoch fallen sie recht schnell wieder in das oben beschriebene Verhaltensmus-ter zurück. Darth Sidious bildet da meines Erachtens keine Ausnahme. Natürlich ist er ein Meisterstratege, -blender, intrigant usw… Aber viele seiner Handlungen (Todesstern…) be-weisen in welchen (extremen) Maßstäben er denkt. Wenn er nicht extreme differenzierte Mit-tel angewendet hat, dann nur weil er dachte so sein extremes Endziel besser erreichen zu können.

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Re: "Nur ein Sith kennt nichts als Extreme"

Beitrag von Ayara Kotum » 08.01.2012, 10:49

Das kommt darauf an, was man als Extrem definiert. Für mich ist jede unantastbare Wahrheit ein Extrem, denn es läuft alles hinaus auf: Das ist so oder das ist nicht so. Unantastbaren Wahrheiten gibt es bei den Jedi und den Sith viele.
Alleine wenn man die Macht betrachtet, sind die Orden durchaus vergleichbar. Extremes Licht gegen extreme Dunkelheit. Die Grauschattierungen und noch viele andere mögliche Farben werden nicht wahrgenommen und schlichtweg geleugnet.
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Re: "Nur ein Sith kennt nichts als Extreme"

Beitrag von Araya Syn » 08.01.2012, 12:04

Jedi/Sith haben es allgemein nicht mit Farben -> Braun/Schwarz *grins*

Aber mal im Ernst. Es stimmt schon, da kann man nichts machen. Beide Seiten sind eigentlich ihr eigenes Extrem ... meinen aber: "Nene, die andere Seite" usw. Was mir aber grade als Beispiel einfällt, in den Clone Wars Folgen gibt es eine, da macht sich Ahsoka mit Padme auf dem Weg zu einer Seperatistin, wegen Friedensverhandlungen, halt nicht offiziell, aber eben treffen als Freundinnen (also Padme und die Seperatistin). Da schickt Anakin Ahsoka mit, dass sie über Politik lernt - und zwar genau, dass Politik eben NICHT nur schwarz-weiß ist.

Im Endeffekt liegt es eh im Auge des Betrachters, stelle ich zu oft in allen erdenklichen Situationen im Leben fest ... daher liegt es wohl an einem selbst, das zu definieren ...^^ Ich finde auch, dass Jedi sich zu sehr durch ihren Kodex irgendwo reinzwängen (müssen) und ein anderes auslegen fast unmöglich ist, ohne irgendwie wieder gegen ihn zu verstoßen oder "in den Rücken zu fallen" ... den Sith-Kodex hingegen kann man prima in seine Sachen auslegen. Sieg muss ja auch nicht immer bedeuten, dass man offensichtlich gewinnt *grins*

So irgendwie sehe ich das ...
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Kama Samsa´Ra

Re: "Nur ein Sith kennt nichts als Extreme"

Beitrag von Kama Samsa´Ra » 09.01.2012, 09:14

Alyx Syn hat geschrieben: Ich finde auch, dass Jedi sich zu sehr durch ihren Kodex irgendwo reinzwängen (müssen) und ein anderes auslegen fast unmöglich ist, ohne irgendwie wieder gegen ihn zu verstoßen oder "in den Rücken zu fallen" ... den Sith-Kodex hingegen kann man prima in seine Sachen auslegen. Sieg muss ja auch nicht immer bedeuten, dass man offensichtlich gewinnt *grins*
So irgendwie sehe ich das ...
Das ist ungefähr das Gegenteil meiner Meinung :wink: .

Ich denke der Jedi-Kodex bietet seeeeehr viel Interpretationsspielraum (das zeigt unter anderem dieses Topic http://www.ootf.de/forum/viewtopic.php?f=89&t=3831). Der Jedi-Orden an sich war zum Zeitpunkt von Ep. 3 etwas festgefahren, was aber nicht im Kodex sondern in seiner Interpretation durch die (führenden) Jedi begründet liegt. Allerdings hat der Jedi-Orden tausende Jahre mit Erfolg bestanden. Das können die Sith mit ihrem Hang Alles (inklusive sich selbst) zu vernichten nicht sagen. Aus meiner Sicht ist der Sith-Kodex nur ein Appell an das Ego sich so weit es kann aufzuplustern mit der irrigen Versprechung dass es einem am Ende gut geht. Doch außer Leid zu schaffen kann das Ego nicht viel. Deshalb ist aus meiner Sicht jeder Sith ein armer Tropf der auf eine Lüge hereingefallen ist. :wand:

Die Jedi stellen aus meiner Sicht kein Extrem dar, denn so wie ich sie sehe sind sie stets um Ausgleich bemüht.

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Re: "Nur ein Sith kennt nichts als Extreme"

Beitrag von Tyla Rey Skywalker » 22.08.2014, 10:18

Ich denke man muss hier unterscheiden. Was ist die Absicht und was wird wirklich gelebt?

Im Prinziep des Jedi-Ordens in dem Verständnis, Erkenntnis und der Wille mit sich selbst und seiner Umwelt im Einklang zu leben, gibt es meiner Meinung nach keine extreme, weil es "hell" und "dunkel" bzw. "gut" und "böse" gar nicht gibt. Das Prinziep ist nach meinem Verständnis nicht darauf ausgelegt jedem die "Wahrheit" aufzwingen zu wollen und den "unbelehrbaren" zum schweigen zu bringen. Es geht um Wissen und Disziplin und der Möglichkeit jedem Konflikt und jeder Einstellung (ungeachtet seiner eigenen) vorurteilsfrei begegnen zu können. Im Grunde kann ein Jedi also gar keine extremen Einstellungen haben, weil er darum bemüht ist alle Aspekte zu sehen und das geht nicht wenn man sich selber schon sicher ist das man die asbolute Wahrheit bereits entdeckt hat.

Das ist das Prinziep, aber wie wird es umgesetzt? Ich gebe Ayara auch in diesem Punkt wieder recht, für mich zeigt Obi-Wan so das er die Werte die der Order eigentlich hat nicht wirklich verstanden hat, auch wenn er den großen Jedi raushängen lässt. Dieser Spruch von ihm sagt richtig "Ich bin im Recht und du nicht!" - Genau diese Arroganz spricht Yoda in meinen Augen in EP2 an, denn er bezieht sich ganz klar auf "die Älteren!" ;) Obi-Wan ist für mich auf das Prinziep "Wir sind die Guten und alle die gegen uns sind, sind böse" reingefallen. Ich muss mich da auch kurz an Padme anlehnen. Die Freiheit ist mit tosendem Applaus untergegangen, der Jedi-Orden mit blöden Sprüchen! :D

Für mich hat die Einstellung von Obi-Wan und vieler Jedi während der Kriegszeiten und den politischen Einmischungen ins Republikgeschehen den Jedi-Orden von seinen Grundprinzipien entfernt. Auch der Auftrag den Anakin inoffiziell vom Rat bekommt, was sollte das? Obi-Wan hat auch hier die Überlegenheit der Jedi, die Kontrolle die sie über die Republik hatten und die sie nicht abgeben wollten begünstigt. Währen die Jedi in ihren Prinzipien stark gewesen und hätten sich nicht so sehr von ihrem Weg abbringen lassen, währe es Sidious nicht möglich gewesen den Orden derart zu stürzen. Wichtig finde ich das man hier auch betrachtet WIE er den Orden vernichtend geschlagen hat! Nicht mit dem Lichtschwert in der Hand durch die Vordertüre, sondern auf dem politischen Intrigenweg und das war nur möglich, weil die Jedi sich in Dinge eingemischt haben die sie nichts angehen, weil sie geglaubt haben es besser zu wissen! Und wenn das eins ist dann EXTREM arrogant! Schuster bleib bei deinen Leisten! Jedi bleib bei dem was du kannst!

Das immer mehr Jedi, wie auch Anakin nach Macht gestrebt haben, weil sie Fähigkeiten erwerben wollten um das Wasser, was den Jedi echt bis zum Hals stand, noch etwas zurückzudrängen: Für mich eine absehbare Konsequenz, die durch Fehlentscheidungen in der Führung des Ordens ausgelöst und durch nachhaltende Wirkungen/Änderungen in der Grundsatzfrage des ganzen Ordens zum bruch im inneren Kern geführt hat. Die Jedi haben sich innerlich geschwächt und nur so konnten die Sith die Mauern letztlich zum Einsturz bringen. Und die blöden Sprüche die Obi-Wan da klopft, zeigen mir, dass er diese Tatsache wohl mit als letztes geblickt hat. Sich dann hinzustellen und zu sagen "Anakin, wieso findest du die Jedi denn nicht toll?!", nachdem er ihm erst einmal vorgelebt hat das man sich in alles einmsichen sollte, weil man etwas besseres ist, ist eine sehr schwache Leistung.
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Padawan von Jaime Skywalker

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