Bewertet die Macht die Taten von Anakin richtig?

Moderator: Jaime Skywalker

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Jolee Bindu
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Bewertet die Macht die Taten von Anakin richtig?

Beitrag von Jolee Bindu » 25.12.2012, 12:17

Am Ende von Episode 6 sieht man Anankin, Obi Wan und Yoda als Machtgeister erscheinen.

Bild

Obi Wan, Yoda haben Anakin an ihrer Seite und sind scheinbar zufrieden damit, dass Anakin am Schluß doch noch die
richtige Entscheidung getroffen hat....die Rückkehr zur hellen Seite.

Selbst als Jedi-Meister habe ich hier Zweifel, ob das wirklich die Tat der Taten ist......wiegt diese eine Tat alle
anderen Taten von Darth Vader (Anakin) in den vergangenen Jahren auf? Was ist mit den vielen anderen Lebewesen,
deren Tod Darth Vader zu verantworten hat....was ist mit der Zerstörung von Alderaan, an der Darth Vader / Anakin mitgewirkt hat?

Beurteilt die Macht hier berechtigt? Ist dieser Platz für Anakin an der Seite von Yoda und Obi Wan "verdient"?

Wie würde man dies den vielen anderen Lebewesen erklären wollen, die unter der Macht von Darth Vader über Jahre gelitten haben?

Macht man es hier nicht zu einfach?
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Exsar Kun

Re: Bewertet die Macht die Taten von Anakin richtig?

Beitrag von Exsar Kun » 25.12.2012, 17:58

Vielleicht mache ich mich mit dieser Antwort gleich von vornherein unbeliebt - aber ich finde nicht. Sicher, Vader hat viel böses zu verantworten, und jeder ist für seine Taten selbst verantwortlich - ein Schicksal, welchem man unbedingt unterworfen ist, gibt es nicht! Dies ist nichts weiter als Fatalismus - unsinnig und verantwortungslos. ABER.... ( und nun kommt wohl das, wofür mich mache sicherlich am liebsten steinigen würden ) es gibt ein wunderbares Sprichwort: Der Zweck heiligt die Mittel.

Hätte Anakin als Anakin Sidious besiegen können? Vielleicht - vielleicht auch nicht. Aber nachdem er gute zwei Jahrzehnte treu an der Seite seines Herrn stand, hat dieser ihm so sehr vertraut, daß dieser gar nicht mehr auf den Gedanken gekommen ist, Vader könnte ihn verraten, und wieder zur hellen Seite zurückkehren - und so hatte er die Gelegenheit Sidious zu töten - wodurch der Wille der Macht erfüllt war.

Zu einfach? Ich finde nicht, nur vielleicht in der heutigen Zeit ein wenig unpopulär.

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Re: Bewertet die Macht die Taten von Anakin richtig?

Beitrag von Ayara Kotum » 26.12.2012, 13:48

Für mich liegt die Antwort im Unterschied von Darth Vader zu Anakin Skywalker bzw. deren Verhältnis zueinander.
Sieht man Vader als den Sith-Lord, der den Jedi Anakin Skywalker unterdrückt, so sind auch die Taten Vaders von Anakins zu unterscheiden. In diesem Fall hat Anakin seinen Platz an der Seite von Obi-Wan und Yoda verdient, da er sich nach all den Jahren erfolgreich gegen Vader durchgesetzt und seine Bestimmung doch noch erfüllt hat.

Sieht man Vader und Anakin als zwei Teile einer Person, so muss man sich hier die Fragen stellen, die Meister Bindu aufgeworfen hat.
Wie Chriall bereits angesprochen hat, kann man auch hier streiten, inwieweit Anakin selbst dafür verantwortlich ist. Sieht man die Umwelt für Anakins Taten in der Verantwortung, brauchen wir uns die Frage über Verdienst oder nicht gar nicht erst zu stellen. Dann gäbe es keinerlei Eigenleistung, für die Anakin oder irgendwer sonst gewürdigt werden könnte.

Der Zweck heiligt die Mittel, dieses Argument mag strittig sein, doch sehe ich es hier schlicht und einfach nicht zutreffen. Anakin hat nie den Plan gehegt, zu Vader zu werden, um den Imperator eines Tages töten zu können. Das würde auch nicht zu Anakin passen, der ja immer sehr geradeaus geplant hat. Also kann man seine Zeit als Darth Vader nicht als Mittel zum Zweck ansehen.

Ich persönlich gehe von einer "schizophrenen" Version von Anakin/Vader aus und bin somit der Meinung, dass der Anakin-Teil dieser Persönlichkeit seinen Platz an der Seite der beiden Jedi-Meister durchaus verdient hat.
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Re: Bewertet die Macht die Taten von Anakin richtig?

Beitrag von Tyla Rey Skywalker » 26.12.2012, 23:38

Für mich stellt sich an dieser Stelle eine andere Frage.. Jedi-Meister Qui-Gon muss einen Weg finden um eins mit der Macht zu werden und Yoda muss Obi-Wan trotz das Meister Kenobi schon ein wissender Jedi ist zeigen wie er mit ihm kommunizieren kann und der junge Jedi Luke, gerade mal so ein Jedi-Ritter plappert mit Yoda, Obi-Wan und seinem Dad, der gerade nach Jahrzehnten den Weg zur lichten Seite überhaupt wiedergefunden hat? Da hab ich eher so meine Zweifel.. :roll:

Ob Anakin es verdient hat bzw. ob für ihn überhaupt die Möglichkeit besteht eins mit der Macht zu werden und neben Yoda stehen zu dürfen: Jap!

Ich sehe das genauso wie Ayara. Ich empfinde es so, das Anakin in seinem inneren die ganze Zeit über einen Kampf zwischen Licht und Dunkelheit bestreitet. Sowohl in den neueren Episoden als auch bei den älteren im Bezug auf Luke wird das in meinen Augen sehr deutlich. Die schlimmen Taten würden ihn, hätte er überlebt, vielleicht vor Gericht bringen, doch die lebendige Macht ist nun mal kein Gerichtshof. Die Macht kennt das Gleichgewicht und weder Helligkeit noch Dunkelheit. Um eins mit der Macht zu werden muss man sein inneres Gleichgewicht wiederfinden und dafür muss man überhaupt erst mal man selber sein.

In dem Anakin sich davon losgesagt hat eine Marionette zu sein, hat er auch die Fähigkeit zurückerlangt sein inneres Gleichgewicht wieder zu finden. Die Rettung von Luke wiegt sicher keine toten Jünglinge wieder auf wenn man pro Kopf zählt, aber das ist nicht das was zählt. Die inneren Werte sind es wie immer ;) Und da hat Anakin am Ende den richtigen Weg eingeschlagen. Ich empfinde es daher nicht als eine Art "Belohnung" die er bekommt weil er einmal das richtige getan hat, sondern eher so das er den inneren Kampf endlich beendet und seinen Frieden gefunden hat. Ich denke nicht jeder Weg oder jeder Kampf ist bei jedem gleich und der Weg den ein Auserwählter zu schlagen hat ist mit Sicherheit einer der schwierigeren. Aber wie sagt Yaddle so schön zu Anakin:

"Auserwählt du sein magst, doch wofür? Selbst beantworten diese Frage du musst!"

Anakin hat sein persönliches Ziel erreicht. Er ist den Weg vielleicht steiniger gegangen als er hätte sein müssen, doch am Ende hat er sowohl der Galaxis als auch sich das Gleichgewicht zurückgebracht. Und wer seine Sache gut zu Ende bringt darf als Machtgeist neben Yoda stehen ;)
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Re: Bewertet die Macht die Taten von Anakin richtig?

Beitrag von Exsar Kun » 30.12.2012, 11:31

Ayara Kotum hat geschrieben:

Anakin hat nie den Plan gehegt, zu Vader zu werden, um den Imperator eines Tages töten zu können. Das würde auch nicht zu Anakin passen, der ja immer sehr geradeaus geplant hat. Also kann man seine Zeit als Darth Vader nicht als Mittel zum Zweck ansehen.
Es tut mir leid, aber ich habe mich vielleicht ein wenig mißverständlich ausgedrückt. Anakin hatte sicherlich nicht vor, zu Vader zu werden. Ich meinte damit vielmehr die Macht selbst.

Wie heißt es in EP IV so schön:

"Sie meinen sie ( die Macht ) beherrscht unser handeln?"

"Teilweise..."

Vielleicht - und nur vielleicht war dies von Anfang an so vorgesehen.

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Re: Bewertet die Macht die Taten von Anakin richtig?

Beitrag von Ayara Kotum » 04.01.2013, 22:06

Dann wäre es die Macht, die durch Anakin handelt. Anakin selbst hätte also keinerlei Einfluss auf sein Schicksal gehabt. In diesem Fall würde die Macht ihre eigene Tat und nicht die von Anakin/Vader bewerten.
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Re: Bewertet die Macht die Taten von Anakin richtig?

Beitrag von Exsar Kun » 05.01.2013, 07:47

Oh doch - hätte er.nur weil jemand einen anderen lenkt, muß er sich nicht auch lenken lassen - dies hat nichts mit Schicksalsglauben zu tun, aber ich gebe zu, es ist eine Gradwanderung.

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Re: Bewertet die Macht die Taten von Anakin richtig?

Beitrag von Ayara Kotum » 06.01.2013, 17:55

Also die Macht hat sozusagen einen Plan, den sie versucht durch die Individuen umzusetzen. Diese werden zwar gelenkt, können sich aber trotzdem frei entscheiden, ob sie dem Weg der Macht folgen sollen, oder ihren eigenen gehen möchten. Interessanter Gedanke... gefällt mir sehr.
Das würde auch, angesichts der Taten von Anakin/Vader, zu der Annahme passen, dass die Macht weder hell noch dunkel ist und Pläne hat, die weitreichend und für viele kaum bzw. gar nicht zu verstehen sind.
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Re: Bewertet die Macht die Taten von Anakin richtig?

Beitrag von Exsar Kun » 06.01.2013, 18:16

So ist es gut ausgedrückt, wobei das Wesen der helle und der dunklen Seite vielleicht in einem anderen Thema erörtert werden könnte.

Weist Du noch in EP IV auf dem Rasenden Falken?

Luke: Sie meinen, sie ( die Macht ) beherrscht mein handeln?

Obi - Wan: Teilweise, aber sie gehorcht auch deinen Befehlen.

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Re: Bewertet die Macht die Taten von Anakin richtig?

Beitrag von Ayara Kotum » 06.01.2013, 18:34

Ich habe das immer als einen elementaren Unterschied zwischen Jedi und Sith gesehen.
Die Jedi sehen sich selbst als Werkzeuge der Macht, die Sith die Macht als ihr Werkzeug.
Ich schätze mal, die Grauen Jedi wie Qui-Gon haben diese Sicht dazwischen gehabt. Das ist wohl bei Obi-Wan haften geblieben.

In diesem Fall hat Anakin also den Plan der Macht erfüllt und es somit verdient, als Machtgeist in ihr aufzugehen. Ob er den Platz an der Seite Yodas und Kenobis verdient, können nur die beiden Jedi-Meister entscheiden. Ich schätze, dass sie den Plan der Macht (und ggf. die "richtige" Interpretaion der Prophezeiung des Auserwählten) am Schluss zu verstehen glaubten. Da sie sich als Jedi größtenteils als Werkzeuge der Macht begreifen, hat Anakin in ihren Augen wohl seinen Wert bewiesen, indem er seiner Bestimmung gefolgt ist.
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Re: Bewertet die Macht die Taten von Anakin richtig?

Beitrag von Exsar Kun » 06.01.2013, 18:36

Sehr gut - wunderbar erklärt!

Denis Naberrie

Re: Bewertet die Macht die Taten von Anakin richtig?

Beitrag von Denis Naberrie » 23.04.2015, 17:41

Im Endeffekt finde ich es gut und auch fair das Anakin als Geist erscheinen darf.
Er wurde nur ausgenutzt und vom Imperator verarscht.
Wäre er auf der Hellen Seite geblieben wäre wohl alles nicht so passiert und er hätte ein friedliches leben mit Frau Kinder und seinem Meister leben können aber durch die Lügen einer so für Ihn wichtigen Bezugsperson hat er alles verloren

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Re: Bewertet die Macht die Taten von Anakin richtig?

Beitrag von Malak Ekan » 23.04.2015, 20:30

Also ich weiß nicht ob man das so sagen kann, dass die Macht irgendwas bewertet.
Daher denke ich auch nicht, dass man fragen kann ob Anakin es verdient hat oder nicht.
Zunächst einmal ist die Macht ja kein Lebewesen, soweit wir wissen.
Obi Wan, einer der meiner Meinung besten Jedi hat die Macht erstmal als Energiequelle beschriebene:
Die Macht ist es, die dem Jedi seine Stärke gibt. Es ist ein Energiefeld, das alle lebenden Dinge erzeugen. Es umgibt uns, es durchdringt uns. Es hält die Galaxis zusammen.
Gemäß einem anderen Jedi, nämlich dem Jedi Qui Gon Jinn, der erst überhaupt aus dem Reich der Toten zurückkam, muss man die Macht mit Wellen vergleichen, die entstehen wenn man einen Stein in einen See wirft.
Wenn man einen Stein in den See wirft, dann entstehen Wellen. Diese Wellen werden bewegen sich. Folglich steckt hier auch eine Art Energiequelle drin. Doch was passiert mit diesen Wellen. Die Wellen bewegen sich solange fort, bis Sie den Seerand erreichen. In einem kleinen See ist das schnell gemacht. Doch was ist bei einem großen See? Oder etwas nie einen Rand hat? Die Wellen würden demnach nie aufhören sich zu bewegen.
Und so beschreibt Qui Gon das auch mit der Macht. Dieses Energiefeld ist unendlich. Und nur weil es keine Wellen mehr gibt, heißt es nicht, dass dieses Energiefeld plötzlich weg ist.

Wenn ein Lebewesen stirbt was passiert dann? Entsteht dann in der Macht ein Loch? Ist die Macht dann schwächer weil das Lebewesen tot ist? Nein. Das Lebewesen geht in der Macht auf und verbindet sich mit dieser. Also ist es ja in gewisserweise noch da. Und wenn es noch da ist, wer sagt dass ein mächtiger Jedi oder ein Jedi mit genug Training dies nicht so nutzen kann um nach dem Tod sich mit der Macht zu verschmelzen um dann darüber zu kommunizieren. Wenn etwas vorher da war (der Geist des Lebewesens) warum soll es mit dem Tod plötzlich weg sein?

Bei Yoda und Obi Wan benötigte es Training um genau das zu erlernen und nach dem Tod als Geister wieder aufzutauchen.
Aber was ist mit Anakin? Wie wir wissen hat Anakin den höchsten Midichlorianer Wert den man bisher gemessen hatte. Selbst höher als Yoda. Das heißt, seine Verbindung zur Macht war schon zu Lebzeiten äußerst stark. Und diese Verbindung kann ja nicht einfach mit dem Tod so weg sein.
Daher war es auch für Anakin möglich nach seinem Tod als Geist zu erscheinen.
Die Vergangenheit ist der Grund für die aktuelle Gegenwart und Grundlage für die Zukunft.

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