Aspekte der Macht

Moderator: Jaime Skywalker

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Maverick Odin

Aspekte der Macht

Beitrag von Maverick Odin » 10.04.2013, 15:30

Seit längerer Zeit beschäftigt mich die Frage, ob Palpatine mit seiner These, dass man wenn man ein Mysterium verstehen will, all seine Aspekte erforschen muss, nicht nur den dogmatischen Teil, Recht hatte.
Wir Jedi verstehen uns als Diener der Macht. Doch sind wir Diener der GESAMTEN Macht?
Oder NUR des "hellen" Teils.
Gut und Böse sind doch immer von jeweiligen Standpunkt abhängig.

Inwieweit würde sich ein Jedi mit den Aspekten der "dunklen" Seite beschäftigen, ausser diese als absoluten Feind zu betrachten?
Wir wir wissen, kann man erst das Licht beurteilen, wenn man das Dunkle kennt.
Ohne Schatten kein Licht und andersrum.

Bediente sich Luke Skywalker in seinem finalen Duell mit Darth Vader nicht auch kurz der dunklen Seite, um ihn zu besiegen? Durch Wut und Zorn?

Ich möchte mich hier nicht gleich in die Nesseln setzen, aber diese Frage beschäftigt mich doch.
Die Macht ist ein so großes Mysterium, warum sollte es nicht möglich sein, die "dunklen" Aspekte zu nutzen, um Gutes zu vollbringen, ohne auf ewig der dunklen Seite anheim zu fallen?
Wer sich selbst so sehr unter Kontrolle hat, dem muss es möglich sein, sich zwar der dunklen Seite zu bedienen, aber dennoch so einzusetzen, dass es immer noch in einem gewissen Rahmen bleibt.

Wie seht ihr das?

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Mari Vooldthre
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Re: Aspekte der Macht

Beitrag von Mari Vooldthre » 10.04.2013, 21:30

Da sprichst du etwas wichtiges an.

Aber sollte man sich nicht auch fragen: Was ist der Unterschied zwischen der hellen und der dunklen Seite der Macht? Und wo zieht man die Grenzen zwischen ihnen?

Die Jedi haben da relativ klare Regeln geschaffen. Alle Machtfähigkeiten, die den Zweck haben, direkten Schaden zu verursachen, gelten als Fähigkeiten der dunklen Seite, z.B. der Machtblitz.
Mein Gedanke dazu war immer, dass sie Zerstörung und Dunkelheit über die Galaxis bringen und deshalb als die dunkle Seite gesehen werden.
Da Jedi für den Frieden und das Wohlergehen der Galaxis kämpfen, ist es doch verständlich, dass sie diese Fähigkeiten nicht erlernen sollen. Wie sollten sie eine solche Zertörung nutzen, um Gutes zu vollbringen? Das heißt aber nicht, dass sie kein Wissen über die dunkle Seite und ihre Machtfähigkeiten verfügen.
Meiner Meinung nach sind sich die Jedi beider Seiten bewusst und haben auch ein gewissen Wissen über die Dunkle Seite, entscheiden sich aber bewusst für die helle Seite.

Zu Luke sage ich soviel:
Er hat sein Bestes gegeben, der dunklen Seite zu widerstehen, denn es ist ja das offensichtliche Ziel des Imperators, das Luke sich dem Zorn und dem Hass hingibt. Der Plan Darth Sidious hätte ja auch fast geklappt, hätte Luke nicht Vaders künstliche Hand abgeschlagen und sich einen kurzen Moment zum Nachdenken gegeben und seinen Hass aufgrund seiner Erkenntnis abgelegt.
Letztendlich hat er mit Hilfe der dunklen Seite ja nicht Vader getötet. Hätte er dies jedoch getan, bin ich mir ziemlich sicher, dass er sonst der dunklen Seite verfallen wäre und sich Darth Sidious angeschlossen hätte.

Abschließend würde ich aber sagen, dass man die oben genannten Fragen beantworten muss, um ein Urteil abgeben zu können. Und dieses würde ja auch nur bei der festgelegten Definition gelten.
Aber das ist nur meine Meinung.
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Maverick Odin

Re: Aspekte der Macht

Beitrag von Maverick Odin » 10.04.2013, 21:52

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Mit der Kampfkunst ist es, wie mit allen Dingen im Leben.
Man kann sie zum Guten GEbrauchen oder zum Schlechten MISSbrauchen.

Heiligt nicht manchmal der Zweck die Mittel? Ist es nicht manchmal sogar notwendig, in extremen Situationen, extreme Wege zu gehen um zu bestehen?
Kann es Wille der Macht sein, dass unschuldige Wesen den Tod finden, wenn man die Macht hätte, sei es auch durch die Anwendung von "dunklen" Techniken, dieses zu verhindern?

Ist die Macht nicht eigentlich neutral und man hat lediglich die Wahl, WIE man sie einsetzt?

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Re: Aspekte der Macht

Beitrag von Mari Vooldthre » 10.04.2013, 22:12

Maverick Odin hat geschrieben: Ist die Macht nicht eigentlich neutral und man hat lediglich die Wahl, WIE man sie einsetzt?
Die Macht als Ganzes würde ich als neutral bezeichnen und natürlich hat man eine Wahl wie man sie einsetzt. Dennoch hat sie eine helle und eine dunkle Seite, wie jeder Bewohner der Galaxis auch. Theoretisch wie praktisch ist es für einen Machtanwender natürlich möglich, sich beider Seiten gleichermaßen zu bedienen. Aber dann muss er es auch in Kauf nehmen, Lebewesen unnötig Leid anzutun, da sich jede Situation und jedes Problem mit Hilfe der hellen, sowie der dunklen Seite lösen lässt.
Dies ist aber nicht der Weg der Jedi, aber natürlich eine Option für andere.
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Maverick Odin

Re: Aspekte der Macht

Beitrag von Maverick Odin » 10.04.2013, 22:14

Interessante Sichtweise.....wirklich. ich bin gespannt, was die anderen User darüber denken.

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Re: Aspekte der Macht

Beitrag von Jolee Bindu » 10.04.2013, 22:51

Das Thema kann man sicherlich aus verschiedensten Gesichtspunkten sehen und beurteilen.

Die Jedi sind in meinen Augen Diener der Macht – genau wie die Sith. Die Macht selbst macht keinen Unterschied zwischen Gut und Böse. In meinen Augen ist die Macht ein Werkzeug, ein ganz besonderes Element, das nur ihre Kraft richtig entfaltet, wenn die, die sie benutzen, auch wissen was sie tun. Ihre Art der Anwendung und unser Blickwinkel zu diesem lässt uns eine Einteilung in gut oder böse machen.

So ist auch eine Diskussion entstanden, ob die Aussage "der Auserwählte bringt das Gleichgewicht" so zu verstehen ist, dass die helle und dunkle Seite immer zu 50-50 vorhanden sein muß...und die Zeit damals zu stark in Richtung "gut" ausgeschlagen hat. Das mag für uns ein Fragezeichen aufwerfen...aber solche Diskussionen gab es auch schon und würde bedeuten, dass gut immer böse benötigt....das schwarz immer weiß benötigt..wie Yin und Yang.

Es ist wie eine Lehre zum Uhrmacher. Am Anfang darf man noch die kleinen Uhrengehäuse putzen und polieren...dann darf man auch mal an das Ziffernblatt..und am Schluß – wenn man das Feingefühl entwickelt hat – kann man diese kleine filigrane Technik beherrschen. Ein alter Uhrmacher spürt und fühlt zum Teil am Klang der Uhr, am Ton des Laufwerks – woran es liegt, dass die Uhr nicht rund läuft. Das alles lernt man nicht am Anfang...sondern erst im Laufe der Zeit...wenn man auch versteht, wie so ein Mechanismus funktioniert....sie man damit umgeht...wie man mit dieser kleinen Technik arbeiten soll...Geduld aufbringen muß. Das geht nicht von heute auf morgen..sondern entwickelt sich erst durch das Tun und über die Jahre.

So sehe ich es auch mit der Macht – nur ist dieser Bereich noch komplexer.

Daher denke ich, dass beides dazugehört – aber erst, wenn gewisse Grundlagen dafür vorhanden sind. Wenn man sich auch der Verantwortung bewusst ist.

Das Grundproblem in dieser Beurteilung liegt darin, dass wir hier von einer fiktiven Sache reden, die es bei uns nicht gibt und wir somit auf keinerlei praktische Erfahrungen zurückgreifen können. Wir können nur vermuten und versuchen zu verstehen, was die einzelnen Charakter aus Star Wars dazu beitragen, wie sie sich verhalten.

Eine Lehre in allen Facetten der Macht halte ich für sinnvoll. Aber Stück für Stück....

Schwierig ist sicherlich die Beurteilung, welcher Jedi was noch lernen „darf“ sozusagen..ohne Gefahr zu laufen, auf die Dunkle Seite abzurutschen.

Dieser Abrutsch ist letztendlich ein uralter menschlicher Trieb nach Gier, Macht.....war schon immer da und wird immer wieder kommen.

Selbst Mace Windu ist im Lichtschwert Duell mit dem Imperator durch sein ungezähmtes Verhalten (in meinen Augen) in diese Richtung abgerutscht und hat somit Anakin den Weg dorthin geöffnet.

Nach unseren aktuellen irdischen Lebensgrundlagen ist es einfacher, grob und schlecht zu Leben...weil man hier eh nichts mehr falsch machen kann...als gut und vorbildlich – d.h. es ist schwieriger den Pfad der hellen Seite zu folgen als dem der dunklen Seite..meine Meinung.

Und von der Seite aus ist natürlich immer die Gefahr, dass man leicht von weiß auf schwarz abrutscht....und es wird wohl wesentlich mehr Jedi geben, die der dunklen Seite verfallen sind als Sith, die zur hellen Seite zurückgekehrt sind. Das alleine zeigt schon die Schwierigkeit.

Aber was passiert, wenn man einen Teil der Macht den Schülern, Padawan und Rittern vorenthält?

Weckt es nicht erst recht den Trieb nach dem unbekannten Element?

Erwischen wir uns manchmal nicht selbst, dass wir die Erfahrung machen wollen wie dies und das ist...ich erinnere nur an die erste Zigarette als Kind. Jeder hat gesagt: ist nicht gut....aber nein...wir mußten selbst die Erfahrung machen. Manche fanden es eklig und mache cool...so haben manche nie mehr geraucht..und manche sind bis heute Raucher geblieben.

Ist dann die Zigarette schuld oder der, der sie angezündet hat?

Von der Seite aus würde ich die Macht soweit es geht versuchen zu lehren..mit allen Facetten. Nur wenn ich weiß, was es ist..wie es schmeckt, kann ich mich darauf einstellen. Aber es ist und bleibt ein schmaler Grad – das muß jedem klar sein. Dem, der es versucht zu lernen...und dem, der es lehrt.

Aber wie geschrieben: es ist eine Menge Selbstdisziplin erforderlich und auch ein gutes Augenmaß des Lehrers. Da – soweit ich Informationen über die Macht habe – diese Macht bis heute nicht richtig erforscht ist...selbst bei alten Meistern noch Fragen aufwirft ....wird es immer eine Abwägung sein, ob es hier gut oder schlecht ist, der einen oder anderen Person alles lernen zu wollen.
Ich denke auch, dass die Stärke der Macht innerhalb eines Jedi ebenfalls ein wichtiger Aspekt ist, was man überhaupt in welcher Stärke lernen kann.....was schon vorhanden ist.....und wie weit man gehen kann (Selbsteinschätzung).

Wie beim Uhrmacher...viele können die Uhr putzen...ein paar weniger können auch die Zeiger reparieren und tauschen...aber wenige haben das Talent, das Fingerspitzengefühl sich an das kleine mechanische Wunderwerk zu trauen und es – fast schon wie wenn ein Künstler ein Bild malt – zu bearbeiten. Man kann einiges lernen...aber diese letzte Stück Talent...das liegt im Blut....im Menschen selbst.

Und so ist es – in meinen Augen – auch bei den Jedi.

Nicht jeder kann alles...das zu erkennen, zu akzeptieren...und daraus sich zu entwickeln..das ist Kern.

Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.
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Re: Aspekte der Macht

Beitrag von Jolee Bindu » 11.04.2013, 11:04

Maverick Odin hat geschrieben:Mein Kampfkunst-Meister sagte mal:

Mit der Kampfkunst ist es, wie mit allen Dingen im Leben.
Man kann sie zum Guten GEbrauchen oder zum Schlechten MISSbrauchen.

Heiligt nicht manchmal der Zweck die Mittel? Ist es nicht manchmal sogar notwendig, in extremen Situationen, extreme Wege zu gehen um zu bestehen?
Kann es Wille der Macht sein, dass unschuldige Wesen den Tod finden, wenn man die Macht hätte, sei es auch durch die Anwendung von "dunklen" Techniken, dieses zu verhindern?

Ist die Macht nicht eigentlich neutral und man hat lediglich die Wahl, WIE man sie einsetzt?
Auch diese Meinung, diese Aussage, wird nie eine einheitliche Antwort finden, weil die persönlichen Einstellungen zu solchen Dingen vom Charakter, vom Wesen und der Lebenseinstellung abhängt.

Die Frage nach der Extremität ist die Frage nach dem inneren Wert des Lebens oder der Werteeinstellung zu seiner Welt, seinen Mitmenschen selbst…und auch, was ich selbst bereit bin zu geben..was ich geben kann und will.

Man erkennt es auch im Wesen der einzelnen Jedi. Während manche zurückhaltend und vorsichtig sind, leben andere wiederrum nach der Perspektive „erst einmal mit dem Lichtschwert das Problem lösen“.

Während manche in der schnellen Reaktion auf eine Aktion das richtige sehen, möchten manche die Situation im ersten Schritt behutsam und nachdenklich angehen…wären wahrscheinlich eher nicht bereit diese Frage nach den extremen Mitteln so massiv nach vorne zu bewegen.

Dann wäre auch die Kernfrage nach den Clone-Kriegen selbst die Frage. Darf man – um der Bedrohung wiederstehen zu können – selbst Menschen in den Krieg schicken. Darf man hierzu das Wesen der Clone einfach benutzen um sie zu befehlsempfangenden Soldaten zu machen? Wo ist die moralische Grenze dessen, was man selbst verkörpert ..für welche Wert steht man?
Es ist wie vieles….ein schmaler Grad.

Viele bezeichnen das als die „graue Welt“ zwischen Gut und Böse.

Würde man – nach unseren Maßstäben – die Werte der Jedi 100% leben wollen….diese auch danach beurteilen, so müßte man sagen, dass sie bei den Clone-Kriegen versagt haben. Da die Situation aber so gekommen ist, schnell eine Entscheidung getroffen werden mußte, hat man sich wohl den Einsatz der Clone-Truppen entschieden. Man hat die „weiße Zone“ verlassen und sich in die „graue Zone“ begeben.

Jetzt kommt es darauf an, wie stark das alles jemanden beschäftigt. Wie stark er in sich selbst ist, wie stark er an das glaubt, was er tut. Nur das wird verhindern, dass er den Weg weitergeht in die „schwarze Zone“.

Die meisten gehen diesen Weg durch Haß und Wut…auf den Krieg….erkennen aber nicht, dass die dunkle Seite selbst ständig im Krieg lebt und somit nicht wirklich eine Lösung bietet.
Der Wille der Macht…gute Frage….hat die Macht überhaupt einen Willen?

Was denkt die Macht?

Nach was urteilt die Macht?

Wie definiert die Macht Gut und Böse?

Oder ist sie eine gefühlslose Masse, die nur am 50/50 Prinzip festhält?

Star Wars hat hier etwas geschaffen, was viel Raum für Spekulationen lässt und jedem eine eigene Meinung darüber gibt. In meinen Augen wurde das auch bewusst so geschaffen um eben diese Diskussion anzuregen, zu führen oder auch, um manches einfach in Frage zu stellen…oder einfach nur um ein Mysterium zu schaffen, dass vieles filmtechnisch erlaubt ohne nach den Gründen oder der Machbarkeit zu schauen.

Es wird – wie vieles im Leben – davon abhängen, für was ich selbst empfänglich bin. Wie ich das Leben, meine Werte dazu und die Welt um mich herum sehe. So hat jeder irgendwo bereits seinen Weg des Lebens beschritten, der sich nur noch bedingt verändern lässt.
Für mich selbst ist die Macht ein neutrales Etwas ohne Gefühle. Eine besonderes „Talent“, was einem gegeben, geschenkt wurde. Es zu entdecken, zu lernen damit umzugehen…das ist der Weg, der für uns offen ist.

Ob die Macht uns hier lenkt, ob sie uns führt..oder unseren eigenen Gefühlen, Magenempfindungen lediglich eine Art Ratgeber ist….wer weiß. Ich persönlich glaube eher an diese zweite Variante, dass die Macht unser Wesen selbst unterstützt, verstärkt ..unseren Geist, unser Herz und unsere Seele mit mehr Energie ausstattet, damit wir Dinge tun können, die uns sonst verborgen bleiben. Ist wie ein Motor, der zusätzlich aufgemotzt wurde, damit er einfach schneller und effektiver läuft.

Was wir tun, tun wir weil wir es tun wollen oder für richtig halten und nicht weil die Macht sagt: tu dies oder das. Wir wägen ab, ob wir lieber diesen Weg oder diesen gehen.
Würde die Macht wirklich ein Gewissen haben und steuern, wäre die Frage nach dem „warum tut die Macht das“ mehr als gerechtfertigt. Dann wäre es die gleiche Gewissensfrage wie die, ob man Sterbehilfe leisten darf oder nicht.

Ich denke einfach, dass es verschiedene Facetten und Stärken der Macht gibt. Und je nachdem wie stark man damit „infiziert“ ist, kann man sich selbst verändern. Manche können nur geringe Dinge damit tun…manch andere sind durch die Stärke, durch die Präsenz der Macht zu höherem berufen. Diese – ich sage immer Talentpyramide dazu – Erkenntnis gibt es und findet man in vielen Dingen des Lebens. Unten gibt es viele, die das im Grundwesen können…und je weiter man nach oben kommt, desto weniger werden die Menschen, die einfach dieses Feeling, diese Aura, diese Kraft haben.

Vergleiche es mit Fußballern: unten hast du jede Menge Menschen, die einfach etwas Fußballspielen. Je weiter du rauf kommst, desto weniger werden die, die es wirklich können. Und auf der Spitze der Pyramide stehen dann die besonderen Fußballernamen wie Pele. Sie haben sicherlich viel dazugelernt…aber gewisse Talente, Befähigungen waren einfach da…wir sagen: es ist ihnen in die Wiege gelegt worden. Warum?....wer weiß.

Und um feststellen zu können, was gut und böse ist, müßte es einen Leidfaden geben, was wo genau darunter fällt. Wir haben unser Sichtfenster zu diesen Dingen – was aber nicht bedeutet, dass es jeder so sieht. Jeder empfindet manches anders. Sicherlich mögen Dinge wie Raub, Mord, Totschlag eine klare Definition für das Böse sein…und andere Dinge wie Hilfsbereitschaft in die Rubrik Gut fallen. Aber es gibt auch viele Dinge, die sich in einer großen Grauzone bewegen und über die bis heute diskutiert wird….viele Meinungen vorherrschen. Diese müßte man ebenfalls katalogisieren.

Ist Rauchen jetzt Gut oder Böse? Egal ob jetzt nur eine Zigarette oder Kettenraucher…es geht ja um die Prinzipfrage und nicht um eine Mengenbewertung.
Ist aktive Sterbehilfe Gut oder Böse?

Ist der Genuß von Drogen erlaubt, um Schmerzen zu beheben (mit dem Wissen, das es abhängig macht)?

Man könnte noch viele Fragen finden und stellt fest, dass das Leben zu komplex ist um es in eine einfache Schublade für Gut und Böse einzusortieren. Die sogenannte Grauzone ist größer, als wir oft denken..und wohin gehört sie dann?

Es sind Fragen, welche die Menschheit schon seit 2000 Jahren beschäftigen …. und – so denke ich – auch in den kommenden Jahren immer noch in Gewissenskonflikte bringt. Jeder hat seine Meinung dazu und wird diese auch vertreten. Das zu erkennen und zu akzeptieren ist ein erster Schritt….oder auch daraus die Überlegung mitzunehmen, ob man selbst nochmals für das ein oder andere nachdenkt, weil man den ein oder anderen Fakt nicht berücksichtigt hat. Aber viele Grundsatzfragen sind bereits im Kopf, im Herzen im Verstand fest verankert und werden bei jedem Menschen so bleiben. Dafür sind wir Menschen…und der Versuch, diesen zu vereinheitlichen….hat schon sehr oft in der Vergangenheit (und auch heute noch in der Zukunft) nicht zu dem Erfolg geführt, den man sich erhofft hat. Über eine gewisse Zeit kann man eine Gleichschaltung erreichen….aber irgendwann zerbricht auch dieses Konstrukt. Der Drang nach persönlicher Freiheit ist einer der großen Menschengedanken, der wohl noch viele Jahre an erster Stelle steht und unser Handeln beeinflusst.

Die Frage ist auch immer: sehe ich die Welt wie sie ist oder wie ich bin......

Machtvolle Grüße vom alten Jolee.....der mal wieder viel zu viel schreibt und
wahrscheinlich 10 x vom Thema abgekommen ist...
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Re: Aspekte der Macht

Beitrag von Jaime Skywalker » 11.04.2013, 21:31

Jolee Bindu hat geschrieben: Erwischen wir uns manchmal nicht selbst, dass wir die Erfahrung machen wollen wie dies und das ist...ich erinnere nur an die erste Zigarette als Kind. Jeder hat gesagt: ist nicht gut....aber nein...wir mußten selbst die Erfahrung machen. Manche fanden es eklig und mache cool...so haben manche nie mehr geraucht..und manche sind bis heute Raucher geblieben.
Ich nehm das mal als Beispiel um in das Thema einzusteigen.

Ich für meinen Teil muss sagen, ich habe es nie probiert. Finde den Geruch von Qualm schon ekelig genug. Vielleicht wäre es ja tatsächlich was Anderes wenn ich es mal versuchen würde, würde vielleicht sogar Gefallen dran finden. Aber ich wills ja gar nich. Abgesehen davon dass es Geld kostet und ungesund ist, hätte ich vor allem ein Problem damit, dass ich damit im Gegenzug wieder Andere belästigen würde. Und so halte ich es mit allen Dingen im Leben, dass ich nichts tun möchte mit dem ich Andere verletzte, störe oder schade. Getreu dem Motto

> Was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem Andern zu.<

Das würde ich jetzt mal als Grundeinstellung der Jedi definieren.
Die Sith haben jedoch die Einstellung, dass man alles was einem selbst angetan wird auch Anderen zufügen kann. Man kann sagen:

>Auge um Auge, Zahn um Zahn<

In einer idealen Gesellschaft, wie die Jedi sie sich vorstellen, würden alle friedlich zusammenleben, keiner hätte von dem Andern was zu befürchten, weil er von jedem Mitbürger das gleiche Vertrauen und Verständnis erwarten kann, das er selbst aufbringt. Tja, leider nicht realistisch, aber etwas das ich als "Jedi" gern antrebe.

Aber eine reine Gesellschaft nach Sith-Vorstellung... In einer Welt wo man alles was einem angetan wird nach eigenem Ermessen vergelten darf, hat man doch nur eine Chance, wenn man mächtiger ist als der Andere. Entweder man unterdrückt oder man wird unterdrückt. Und so hat jeder das Bedürfnis möglichst weit aufzusteigen. Und vertrauen kann man Niemandem, da man ja selbst auch nicht zögern würde dem Anderen das Messer in den Rücken zu stoßen um an die Spitze zu gelangen. Eine grausame und erbarmungslose Gesellschaft. Etwas das ich als "Jedi" um alls inder Welt verhindern wollen würde.

Realistisch setzt sich eine Gesellschaft aber aus beidem zusammen. Helle "Jedi-Typen" und dunkle "Sith-Typen" und beide versuchen jeweils ihre Vorstellungen durchzusetzen und dabei greift jeder auf seine entsprechenden Methoden zurück. Kommt es zu einer Auseinandersetzung, geht der Jedi schlichtend dazwischen. Wenn sich so ein "Sith-Typ" von einem "Jedi-Typ" nun aber seines Rechts auf Rache beraubt fühlt, lässt der das nicht unbedingt auf sich sitzen. Wo der Jedi zu Verständnis mahnt, entwickelt der Sith Wut, Hass, schließt sich mit Gleichgesinnten zusammen um sich dieses "Störfaktors" zu entledigen, und dann hat man auf einmal einen Krieg.
Dennoch halte ich es für wichtig, dass die Jedi ihren Methoden, der Hellen Seite, treu bleiben. Denn wenn man so handelt wie der Feind, dann verrät man seine Ideale und wird damit selbst zum Feind. Darum ist meine Meinung, nein, der Zweck heiligt nicht die Mittel. Der dunkle Pfad ist es nicht wert beschritten zu werden, so edel die Motive auch sein mögen.

Und was Helle und Dunke Seite und Gleichgewicht der Macht angeht... Also ich sehe die Macht selbst als neutral an, wenn ich die Macht überhaupt in Aspekte aufteile, dann in die Lebendige Macht und die Vereinigende Macht, aber das ist wieder ein ganz anderes Thema.
Helle und Dunkle Seite sind lediglich Synonyme für die Denk- und Handlungsweise der Jedi und Sith.
Und das Gleichgewicht der Macht sehe ich in dem, theoretisch anzustebenden, praktisch nie erreichbaren, Zustand meines ersten Gesellschaftsbeispiels. Wo die Macht ruhig, und ohne Erschütterungen durch die "Dunkle Seite", fließen kann und die Jedi eigentlich gar nicht mehr gebraucht werden.

Und der Wille der Macht. Eigentlich kann die Macht nur einen Willen haben und zwar den Fortbestand ihrer eigenen Existenz. Da die Macht vom Leben genähert wird, möchte sie wohl dass das Leben möglichst floriert. Und wenn Tod und Zerstörung in großem Maß die Macht erschüttern, ist das wohl etwas was ihr nicht passt. Aber das kann ich auch nur mußmaßen. Vielleicht weiß man ja mehr wenn man eins mit der Macht ist.
Also wenn ich mal tot bin halte ich euch auf dem Laufenden, wenn ich kann. :doppel_daumen: :force:
Geduld ist keine Tugend, sondern eine Lektion, die es jeden Tag aufs Neue zu lernen gilt.

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Re: Aspekte der Macht

Beitrag von Golradir Súrion » 12.04.2013, 09:34

Alles lässt sich doch recht einfach auf eine Aussage zusammenfassen:

Gut und Böse existieren nicht direkt. Sie sind zwei Seiten einer Medallie. Nur weil man die eine Seite nicht erfassen kann, heißt es nicht, dass sie nicht vorhanden ist. Es ist wie mit einem Blatt Papier, oder der Medallie selbst. betrachtet man die Vorderseite, erkennt man die Rückseite nicht. Und doch ist sie da. Sie ist fundamental, denn ohne die Zweite Seite kann es nicht existieren. Gut und Böse ist EINS. Die Dunkle Seite und die Helle seite ist EINS. Licht und Dunkelheit sind EINS.

all das reflektiert sich doch sehr im Jedaii-Kodex wieder... Aber da sind wir ja auch an anderer Stelle dran. Aber ich wiederhole es immer wieder gerne:
"Ich bin das offenbarende Feuer des Lichts, ich bin das Mysterium der Dunkelheit. In Chaos und Harmonie vereint, unsterblich in der Macht"
Die ehemaligen Jedaii haben sich sehr gut erkannt, denn nur wenn es ausgeglichen ist existiert frieden. Sobald eine Seite überhand gewinnt, entsteht Anarchie und gewalt.

Und da denke ich, springt die prophezeigung wieder an: Die Jedi waren zu zahlreich. Die Sith waren wenige. Das ungleichgewicht förderte den Einfluss der Sith. gerade WEIL die Jedi überall als Friedenshüter waren?!?! Und es endete letztenendes im Großen Knall (=Klonkriege), gefolgt eines weiteren Ungleichgewichtet und einem weiteren Knall (=zerstörung Deathstar2/Imp). Danach herschte etwas Ruhe, ein leichtes Gleichgewicht.
Es gibt keine Unwissenheit, es gibt Wissen.
Es gibt keine Furcht, es gibt Stärke.
Ich bin das Herz der Macht,
Das offenbarende Feuer des Lichts,
Das Mysterium der Dunkelheit,
Im Gleichgewicht mit Chaos und Harmonie,
Unsterblich in der Macht.

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